Auf ein Bier − warum ich kein‘ Alkohol mehr trinke

Wie lange brauchst du, um mir drei Situationen zu nennen in denen ein Glas Alkohol genau das Richtige ist?

  • Das Feierabendbier nach einem extrem ätzenden Arbeitstag voller Frust und Stress
  • Ein wohlduftender und händewärmender Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt
  • Was Hochprozentiges auf der Party, um den jämmerlichen Alltag endlich auszublenden

Das ging schnell.

Und die Liste ist sicher nur ein winziger Auszug von unzählig guten Gelegenheiten Lust auf ein Bier oder andere alkoholischen Getränke zu bekommen.

Ich versteh' das!

Auch ich habe mir nach der Erkenntnis, dass Bier laut deutschem Reinheitsgebot in der Regel vegan ist, voller Erleichterung und Begeisterung gleich 'ne Flasche in den Hals gekippt. What!?

Und machen wir uns nichts vor.. in meiner Sturm und Drang Zeit wäre "Auf ein Bier!" niemals nie eine Einladung gewesen, die ich abgelehnt hätte.

Im Gegenteil. Feierlichkeiten fanden nicht nur am Wochenende statt − nein! Auch in der Woche zogen wir los und feierten ausgelassen. Party on!

Und ganz ehrlich:
Das war und ist auch alles ok und vor allem gut so.

Auf ein Bier und auf zur Party

Als junger Mensch soll man sich und die Welt entdecken und kennenlernen. Und irgendwie gehört die enthemmende und betäubende Wirkung des Alkohols dazu.

Das muss nicht so sein, aber ich kann verstehen warum es so ist.

Was heißt eigentlich Erwachsenwerden?

Ja, ich weiß. Peter Pan und so. Die Sehnsucht nach ewiger Jugend teilen wir vermutlich alle. Doch so sehr wir uns die nie endende Kindheit auch wünschen: es gibt sie einfach nicht.

Erwachsenwerden hat für mich was mit Verantwortung zu tun. Als junger Mensch wirkt vieles leichter und unbeschwerter.

Du gehst zur Schule und am Wochenende wird gefeiert. Zwischendurch versuchst du irgendwie mit deinen lästigen Eltern, Liebeskummer-Wehwehchen und sonstigen oft belanglosen Sorgen klarzukommen.

Ein auf und ab, das dich von einem Gefühlschaos ins nächste stürzt. Und oft genug kommt das: "Auf ein Bier?" von deinen Freunden gerade richtig.

Aber dann.. irgendwann ist sie da.

Du denkst eine lange lange Zeit überhaupt nicht daran und kannst dir auch noch gar nicht ausmalen was es bedeutet.

Wie auch? Du bist jung, verspielt, verträumt und die ganze Welt gehört dir.

Was ich meine? Ich spreche von ihr: die Mutter deines Kindes.

Vermutlich weißt du noch gar nicht, dass sie es ist und eigene Kinder sind ja sowieso noch so gar kein Thema für dich. Erstmal das Leben leben und so.

Doch irgendwann kommt sie morgens zurück zu dir ins Bett gekuschelt und flüstert dir ganz leise ins Ohr:

"Schatz! Ich bin schwanger."

Je nachdem wie erwachsen du bereits bist, fällt wahrscheinlich auch deine Reaktion auf diese magischen Worte aus. Und wenn du Pech hast wirst du jetzt plötzlich und mit einem Schlag erwachsen.

Hoffentlich.

Jede Schwangerschaft bedeutet Verantwortung.

100% Verantwortung für ein anderen Menschen. Und dann ist es auch noch dein eigenes Baby − wow!

Überwältigend.

Wie wichtig ist mir meine Gesundheit?

Viele Menschen, vor allem Männer, denken erst an ihre Gesundheit wenn sie schon etwas in die Jahre gekommen sind. Schließlich sind sie unsterblich und könnten die Weltherrschaft an sich reißen, wenn sie nur wollten.

Das geht so lange gut, bis sich der Körper mit einem Schicksalsschlag bei ihnen zurückmeldet und sie zwingt über ihre Lebensweise nachzudenken.

Frauen hingegen haben von Natur aus eine bessere Gesundheit und meiner Meinung nach auch ein größere Gesundheitsbewusstsein als Männer.

Und besonders schwangere Frauen achten ab sofort doppelt und dreifach so gut auf ihre Gesundheit; schließlich soll es dem Nachwuchs an nichts mangeln.

So klar einem der Verzicht auf Alkohol von dem Tag des positiven Schwangerschaftstests dann auch ist, desto unverständlicher reagiert in der Regel das Umfeld auf die plötzliche Alkoholabstinenz.

"Auf ein Bier?" − "Ich muss fahr'n"

Ab sofort muss deine schwangere Liebste auf Geburtstagen und sämtlichen anderen Saufveranstaltungen irgendwelche Ausreden erfinden, warum sie gerade heute keinen Alkohol trinkt.

Die ersten drei Monate behält man die Schwangerschaft schließlich für sich.

Die beiden Klassiker lauten:

  1. "Ich muss fahr'n!"
  2. "Ich bin krank.. wegen der Medikamente und so!"

Auf gar keinen Fall darfst du sagen:

"Ich möchte nichts trinken."

Bei diesem Anfängerfehler bist du sofort enttarnt.

Jeder möchte trinken!

Und wer einfach sagt er möchte nichts trinken ist entweder schwanger oder.. schwanger − zumindest wenn es sich um eine weibliche Person handelt.

Ich habe die Situation damals zum Anlass genommen ebenfalls eine kleine Alkoholpause einzulegen. Im Grunde genommen ging es mir zuerst nur um eine Art solidarische Abstinenz.

Und solange es begrenzt auf die Zeit der Schwangerschaft war, konnte sich fast jeder um mich herum damit gut abfinden.

Mich allerdings haben diese 9 Monate zum Nachdenken gebracht.

Gesellschaftliche Zwänge hinterfragen: unbezahlbar!

Jenny's Schwangerschaft und folgende Erkenntnis sind der Grund dafür, warum ich heute keinen Alkohol mehr trinke:

Alkohol ist nichts anderes als ein Zellgift

  • Ein Glas Wein macht gesprächig.
  • Ein Sixpack Bier bringt dich in Feierlaune.
  • Eine Flasche Schnaps führt zur Alkoholvergiftung.

Vom ersten Schluck Bier oder Wein an beginnt dein Körper mit dem Kampf gegen dieses Zellgift.

Wenn zu viel des "Guten" zu einer Vergiftung führt, wie kann dann weniger davon wirklich gesund sein?

Ich kenne Paracelsus und verstehe die Menschen, die versuchen die vermeintlichen Vorzüge des Alkohols zu genießen und gleichzeitig nicht zu übertreiben.

Doch über welche Vorzüge sprechen wir hier eigentlich?

Alkohol, respektive Ethanol, ist ein Desinfektionsmittel. Doch wovon möchten wir uns desinfizieren? Vom Leben? Von der Realität? Von uns selbst?

Alkohol ist und bleibt eine gefaehrliche Droge

Die Daten und Fakten sind erschreckend und zeigen die Schattenseite des Alkoholkonsums mehr als deutlich auf − und hier sprechen wir allein von Deutschland:

  • 1,77 Millionen Menschen sind alkoholabhängig
  • 74.000 Todesfälle jährlich
  • 40 Milliarden Euro Krankheitskosten
  • 13.403 Unfälle im Straßenverkehr
  • 242.494 Tatverdächtige unter Alkoholeinfluss
  • 40.007 Gewalttaten unter Alkoholeinfluss

Quelle: aktionswoche-alkohol.de

Ich habe die Dinge schon immer kritisch hinterfragt und offenbar ist das beim Thema Konsum auch bitter nötig.

Egal ob es sich um den Konsum von Tierprodukten, materiellen Besitztümern oder Alltagsdrogen wie Alkohol und Kaffee handelt. Sobald die breite Masse es akzeptiert oder sogar ein gesellschaftlicher Zwang dahinter steckt, müssen wir anfangen diese Themen zu hinterfragen.

Und es gibt ihn, einen Weg zurück zur Selbstbestimmung.

Auf ein alkoholfreies Bier

Lange Rede, kurzer Sinn. Ich für meinen Teil habe mich auch nach der Testphase weiter dafür entschieden auf Alkohol zu verzichten.

Zwischendurch, vor allem im Sommer, habe ich immer mal wieder Lust auf eine Flasche Bier. Und auch beim Kochen benutzen wir weiter Wein.

In beiden Fällen kommt dann einfach die alkoholfreie Variante ins Spiel, auch wenn die nie ganz alkoholfrei sind.

Es dauert eine Weile, doch irgendwann haben deine Verwandten und all' deine Freunde davon mitbekommen und es mehr oder weniger akzeptiert.

Du kannst auch mit alkoholfreien Getränken weiter am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

Was für dich und viele andere wie eine Horrorvorstellung klingt, ist für mich ein Segen. 

Ich fühle mich frei und selbstbestimmt, ganz so wie es zu meinen Werten passt!

Versuch es doch mal mit einer kleinen Challenge und verzichte 6 Wochen lang auf Alkohol. Müsste doch eigentlich ein Kinderspiel sein, oder?

Du bist noch nicht überzeugt? Okay, wie wär's dann mit einem Alkohol-Selbsttest?

2 Kommentare

  • Hallo Marco, ich trinke schon seit sieben Jahren keinen Alkohol mehr. Ich habe schon immer viel Sport getrieben und wir haben auch regelmäßig ein Feierabendbier getrunken. Meistens blieb es nicht bei einem. Irgendwann stellte ich mir die Frage, warum ich auf der einen Seite viel Wert auf eine gesunde Lebensweise lege und diese auf der anderen Seite durch Alkohol boykottiere. Seit ich keinen Alkohol mehr trinke, fehlt mir nichts. Momentan ist meine aktuelle Herausforderung, mir den Kaffee abzugewöhnen, da er ebenfalls nur ein Gift ist. Auch wenn er von vielen als „gesund“ angepriesen wird
  • Hey Sascha,
    ja, kann ich total gut nachvollziehen. Für Menschen wie dich, die ihren Lebensstil reflektieren, kommen solche Themen einfach irgendwann auf. Und jau, Kaffee ist auch so ein unterschätzte Abhängigkeit.. aber dazu haben wir ja bereits einen eigenen Artikel geschrieben (= Vielen Dank, dass du deine Erfahrung mit uns geteilt hast!

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